Die Hugenotten

Tickets kaufen
Mai 2021
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So

Handlung

 

Erster Akt

Festsaal im Schloss des Grafen Nevers in der Touraine.

Nach einem etwa fünfminütigen Vorspiel, in dem der protestantische Choral Ein feste Burg ist unser Gott variiert wird und sich in ein Kampflied steigert, beginnt die eigentliche Handlung der Oper. Es ist der Wunsch des Königs, dass die Konfliktparteien ihre alte Fehde begraben. Den katholischen Grafen Nevers hat er dazu ausersehen, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln. Deshalb hat Nevers den Hugenottenführer Raoul de Nangis zu einem Festbankett auf sein Schloss geladen. Jeder der edlen Herren wird gebeten, eine Episode über die Dame seines Herzens zu erzählen. Raoul berichtet von einer schönen Frau, der er in einer Notlage zur Seite stand. Er war sofort in sie verliebt. Er würde sie gerne aufsuchen, kenne aber weder ihren Namen noch ihren Wohnort. Marcel, der Diener Raouls, betritt die Szene und ist entsetzt, seinen Herren mit den „Philistern“ beim Wein zu sehen. Einer der katholischen Adligen erkennt in ihm einen alten Kriegsgegner, bietet ihm aber Wein an, was Marcel schroff ablehnt. Als man ihn zu singen auffordert, stimmt er das „Pif, paf, pouf“ an, ein hugenottisches Kampflied aus dem Krieg vor La Rochelle. In dem Lied zeigt er seinen Hass auf Papisten und verführerische Frauen, die er mit der biblischen Dalilavergleicht. Beide will er ohne Gnade hinmetzeln und zur Hölle senden. Die Adligen lachen über ihn.

Raouls unbekannte Schöne ist Valentine, die Tochter des katholischen Grafen Saint-Bris, eines Hugenottenhassers. Sie ist mit Nevers verlobt, was Raoul nicht weiß. Als ihre Ankunft durch einen Diener gemeldet wird, erkennt er sie wieder, vermutet aber mitsamt den Anwesenden, dass sie die Geliebte des Grafen Nevers ist. Tatsächlich ist Valentine jedoch gekommen, um ihre Verlobung mit Nevers zu lösen, zumal diese nur auf Befehl ihres Vaters zustande gekommen ist.

Ein Page betritt die Szene und überreicht Raoul eine Einladung. Darin heißt es, dass er dem Pagen mit verbundenen Augen folgen soll. Die katholischen Edelleute erkennen am Siegel, dass Marguerite, die Schwester des französischen Königs, die Einladung geschrieben hat.

 

Zweiter Akt

Schloss und Park von Chenonceaux.

Marguerite ist mit dem protestantischen König Heinrich von Navarra verlobt. Auch sie hegt den Wunsch, Frieden zwischen den verfeindeten Lagern zu stiften. Ihre große Auftrittsarie Oh beau pays de la Touraine stellt den Gegenentwurf zur Welt der sich bekämpfenden religiösen Parteien dar. Die Schönheit der Natur, und darin die edle Liebe sollen in ihrem Reich allein regieren. Ihr Hofstaat singt mit ihr das Lob auf die Liebe. Marguerites Plan ist, Raoul mit Valentine, der Tochter des Anführers der französischen Katholiken, zu vermählen, um einen dauerhaften Frieden unter den Anhängern beider Konfessionen zu stiften. Zunächst scheint ihr Plan aufzugehen; denn seit Valentine von Raoul gerettet worden war, kann sie ihn nicht mehr vergessen. Sie stimmt deshalb freudig zu.

Als Raoul hinzukommt und in das Vorhaben eingeweiht wird, erklärt er sich zunächst einverstanden. Als er aber in der ihm zugedachten Braut Valentine erkennt, sieht er dies als Schande und Beleidigung an, weil er sie für die Geliebte des Grafen Nevers hält. Seine Weigerung, sie zu heiraten, fassen die anwesenden katholischen Edelleute als Affront auf und zeigen sich aufs Äußerste empört; jedoch gelingt es Marguerite zunächst noch, einen offenen Kampf zu verhindern.

 

Dritter Akt

Platz am Ufer der Seine in Paris (Pré-aux-Clercs) mit Gasthäusern und einer Kapelle im Hintergrund.

In einer Volksszene, mit sonntäglichen Spaziergängern, katholischen betenden Frauen, Studenten, sowie hugenottischen Soldaten, die das kriegerische Rataplan anstimmen, treffen die verfeindeten Parteien aufeinander. Der Auftritt von zwei wahrsagenden „Zigeunerinnen“ (Bohémiennes) ist die Überleitung zum obligatorischen Ballett.

Nevers erzählt Saint-Bris, dass er an diesem Tag Valentine geheiratet hat. Marcel übergibt Saint-Bris, Valentines Vater, Raouls Forderung zum Duell. Dieses soll um Mitternacht auf dem Platz ausgetragen werden. Insgeheim hegen Saint-Bris und sein Verbündeter Maurevert den Plan, Raoul bei dieser Gelegenheit zu überfallen und zu töten. Valentine, die das Gespräch belauscht hat, wendet sich verschleiert an den hugenottischen Soldaten Marcel, Raouls Diener, und weiht ihn in den Plan ein. Marcel bricht sofort auf, um Hilfe zu holen.

Plötzlich stürzen von allen Seiten schwer bewaffnete Soldaten auf den Platz, sowohl Katholiken als auch Hugenotten. Ein Blutbad scheint unausweichlich. In diesem Moment naht die Königin mit ihrem Gefolge. Sie fragt Marcel, was der Auflauf zu bedeuten habe. Dieser schildert wahrheitsgetreu den Vorfall. Saint-Bris erkennt in der verschleierten Frau seine Tochter. Raoul versteht erst jetzt, warum Valentine an jenem Abend Nevers aufgesucht hatte.

Das Brautpaar macht sich mit den Hochzeitsgästen auf den Weg zum Schloss. Raoul und Marcel bleiben zurück. Raoul beklagt seinen Irrtum, durch den er die geliebte Valentine verlor, während Marcel auf Rache sinnt.

 

Vierter Akt

Zimmer im Stadtpalast des Grafen Nevers.

Während Valentine in der Einleitungsszene Je suis seule chez moi der entgangenen Verbindung mit Raoul nachtrauert, sucht dieser heimlich Valentine auf, um sie noch einmal zu sehen und Abschied zu nehmen. Als sie ihren Vater mit seinen Anhängern kommen hört, versteckt sie Raoul in einem Seitengemach.

Die Versammlung beginnt. Saint-Bris hetzt seine Anhänger gegen die Hugenotten auf und verkündet, es sei der Wille Gottes und der Königin Katharina von Medici, die Ketzer zu vernichten. Nevers ist der Einzige, der einen offenen Kampf statt eines Hinterhalts empfiehlt. Um zu verhindern, dass er möglicherweise die Hugenotten warnt, wird er inhaftiert. Saint-Bris gibt den Termin des Gemetzels bekannt: Sobald die Glocken von Saint Germain zum zweiten Mal läuten, soll die Rache des Himmels beginnen. Mönche, von Saint-Bris geleitet, betreten die Szene und segnen die Schwerter. Mit geweihten Schwertern und dem Erkennungszeichen, einer weißen Schärpe mit Kreuz, verlassen die Verschwörer den Raum, um Vorbereitungen für das Massaker zu treffen.

In seinem Versteck hat Raoul alles gehört. Er will sofort aufbrechen, um seine Glaubensbrüder zu warnen. Valentine jedoch hält dies für zu spät. Sie fleht ihn an, bei ihr zu bleiben. Da erkennt Raoul, dass sie ihn aufrichtig liebt. Beide gestehen sich ihre Liebe, und Raoul vergisst zunächst, in welcher Gefahr sich die Hugenotten befinden.

Aufgeschreckt vom Glockengeläut, das von Ferne den Beginn des Blutbades verkündet, reißt sich Raoul von Valentine los und sucht seine Glaubensbrüder.

 

Fünfter Akt

1. Szene: Ballsaal im Hôtel de Nesle in Paris.

Die Vermählung Marguerites mit Heinrich von Navarra ist der Anlass für ein Fest, bei dem der Königshof und viele Anführer der Protestanten versammelt sind. Plötzlich wird die Tür zum Ballsaal aufgerissen und alle starren auf Raoul, der verwundet hereinstürzt. Er teilt ihnen mit, dass der Hugenottenführer Coligny in seinem Haus ermordet wurde und dass ihre Glaubensbrüder und -schwestern auf den Straßen niedergemetzelt werden. Sie greifen zu den Waffen und eilen hinaus.

2. Szene Friedhof mit protestantischer Kapelle.

In der Bartholomäusnacht sucht Valentine verzweifelt nach Raoul und findet ihn endlich auf dem Friedhof. Sie fleht ihn an, sich mit einer weißen Schärpe in den Schutz des Louvre zu begeben und zum katholischen Glauben zu konvertieren, denn nur so bestehe Hoffnung, dass er gerettet werde. Nachdem Raoul verneint hat, berichtet Marcel, dass Nevers, der ihm im Kampf gegen die Meuchelmörder beistehen wollte, von diesen umgebracht wurde. Jetzt ist es Valentine, die sich entschließt, ihren Glauben zu wechseln, um Raoul heiraten zu können. Marcel segnet sie vor der Kapelle, in die zahlreiche hugenottische Frauen und Kinder geflohen sind. Inzwischen haben die katholischen Kämpfer das Versteck entdeckt und verlangen, dass die Hugenotten ihrem Glauben abschwören. Marcel sieht in einer Vision die himmlischen Heerscharen, die sie als Märtyrer empfangen werden.

3. Szene: Am Ufer der Seine.

Ein Männerchor, bestehend aus fanatisierten katholischen Kämpfern unter der Führung des Grafen Saint-Bris verlangt, dass alle Hugenotten ohne Gnade mit Feuer und Schwert ausgerottet werden. Als sie das Versteck von Valentine, Raoul und Marcel entdecken, ruft Saint-Bris: „Qui vive? (Wer lebt noch?)“ Valentine versucht Raoul zum Schweigen zu bewegen, aber Raoul antwortet: „Huguenot!“ Valentine und Marcel stimmen mutig ein: „Nous aussi! (Wir auch!)“ Erst nachdem die drei auf Saint-Bris' Befehl niedergestochen worden sind, erkennt er seine Tochter. Diese vergibt ihm sterbend. Der Page Urbain verkündet die Ankunft der Königin von Navarra, die dem Blutbad ein Ende bereiten will. Während der Pöbel weiter rast, endet die Oper.

Programm und Besetzung

Dirigent: György Vashegyi
Marguerite de Valois, Königin von Navarra: Klára Kolonits
Urbain, die Königin: Melinda Heiter
Graf von Saint-Bris" Antal Cseh
Valentine, Tochter des Grafen von Saint-Bris: Kinga Kriszta
Raoul de Nangis, ein protestantischer Herr: Gergely Boncsér
Marcel, Raoul: Petri Lindroos
Graf von Nevers: Csaba Sándor
Cossé, ein katholischer Herr: Tivadar-Kuss
Tavannes, ein katholischer Herr: Péter Balczó
Thoré, ein katholischer Herr: Ferenc Cserhalmi
De Retz, ein katholischer Herr: Máté Fülep
Méru, ein katholischer Herr: Béla Laborfalvi Soós
Maurevert, ein katholischer Herr: András Kuss
Bois-Rosé, ein hugenottischer Soldat:Ferenc Kristofori
Diener: Dániel Roska
Erste Trauzeugin: Judit Kerék
Zweite Trauzeugin: Mónika Németh
Nachtwächter: Attila Búra
Erster Mönch: Gábor Csiki
Zweiter Mönch / Erster Protestant: Géza Zsigmond
Dritter Mönch / Zweiter Protestant: Fenyvesi Attila

Erkel-Theater

Das Erkel Theater wurde 1911 eröffnet, und ist Ungarns größte Theatergebäude. Seine Geschichte ist mit dem goldenen Zeitalter der ungarischen Opernaufführung verflochten mit Größen wie Luciano Pavarotti, Placido Domingo, Éva Marton und Grace Bumbry. Alle diese Sänger hatten die Ehre auf der Bühne eines Gebäudes zu sein, dessen Akustik angesehen legendär für die Oper angesehen wird

Nach der Schließung im Jahr 2007 blieb es mehr für mehr als für fünf Jahren geschlossen, bis die ungarische Regierung vorgesehenen 1,7 Billionen Forint in Form von Zuschüssen für die Erneuerung des Theaters vorgesehen hat, indem der Ungarischen Staatsoper erlaubt wurde, das Erkel Theater auf einen geeigneten Standard für Aufführungen zu renovieren

Ein Großteil der Sanierungen fand hinter den Kulissen; Solistenräumen und gemeinsame Umkleideräume und Gemeinschaftsräume wurden umgebaut und erweitert. Darüber hinaus hat sich die technische Ausstattung der Bühne einer erheblichen Modernisierung unterzogen, die Service-Systeme des Gebäudes (Wasser-, Sanitär-, Heizung- und Lüftung-) wurden ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht. 

Das Publikum wird jetzt das Auditorium mit einem völlig neuen Look betreten, während alle Anstrengungen unternommen wurden, um sicherzustellen, dass fantastische akustische Eigenschaften des Gebäudes unverändert bleiben. Ein Faktor, der stark erhöhen den Komfort i erhöhen wird, ist die moderne installierte Lüftungsanlage im Sitzbereich. Obwohl die Zahl der Sitze bei der Umrüstung der Sitzreihen für mehr Komfort sich von 1935 auf 1819 reduziert wurde, das Theater behält trotzdem seinen Rang als das Theater mit höchster Kapazität in Ungarn - und in Ost - Mitteleuropa.

 

Ähnliche Veranstaltungen